zweite liga für kunst & kultur (Graz)
red park (Frankfurt/Wien)
Do, 15. Oktober, 19.30h (Premiere)
Folgevorstellungen: So, 18. & Mo, 19. Oktober, 19.30h
Palais Kabelwerk, Oswaldgasse 35A, 1120 Wien, U6-Station Tscherttegasse
Karten: EUR 16,– / EUR 9,– (ermäßigt) · Wahlabo: 5 Karten EUR 39,–
Abenteuer oder Urlaub? Welche Möglichkeiten bietet der neue Wiener Stadtteil Kabelwerk? Unter Nutzung von Techniken der Kartographie und Psychogeographie, der Flanerie und des Umherschweifens, der künstlerischen Intervention und Irritation werden einen Monat lang Aktionen auf dem Kabelwerk-Areal durchgeführt. Die Ergebnisse dieser theatralen Rechercheprozesse werden an drei Abenden auf der Bühne zu sehen sein.
Theaterplanquadrat Kabelwerk / zweite liga für kunst & kultur (Graz)
Die zweite liga sieht im Kabelwerk Visionen von menschlichem Zusammenleben und einem harmonischen Miteinander im Sinne der Gemeinschaft verwirklicht. Wohnen, Arbeiten und soziales Leben vereinigen sich hier auf neuartige Weise, die in die Zukunft weist und nur noch ein Theater braucht, das ebenso visionär und radikal arbeitet. Ein solches Theater will die zweite liga in den vier Wochen im Kabelwerk entwickeln: avantgardistisch, auf der Höhe der Zeit, auf der Suche nach dem „neuen Menschen“. Das Material dafür liefert der architekturkritische Text „Franziska Linkerhand“, der Fragen zu Architektur und Planung von sozialen Organismen nachgeht. Wohnen, Arbeiten und Recherche werden in dem neuen Theater miteinander verschwinden und demütig ihren Teil zum Zukunftsprojekt Kabelwerk beitragen.

© zweite liga für kunst & kultur
zweite liga für kunst & kultur (Graz): Vera Hagemann, Barbara Kramer, Christina Lederhaas, Klaus Meßner, Mira Miljkovic, Johannes Schrettle
Theaterplanquadrat Kabelwerk / red park
Ein Ladenlokal im Zentrum des Kabelwerks ist unser Basislager. Dieses dient einerseits als Werkstatt und Büro, andererseits als soziale und kommunikative Plattform, um Kontakte zu den AnwohnerInnen zu knüpfen. Von hier aus brechen wir auf, um das Quartier zu erkunden und über dessen Grenzen hinaus in die angrenzenden Stadtviertel vorzustoßen. Wir bleiben einen Monat. Zeit, die wir nutzen wollen, um in der Stadt der Gegenwart andere Städte zu entdecken: Die Stadt der Erinnerungen an längst vergangene Ereignisse und der Geschichten von verschwundenen Orten. Die Stadt der Möglichkeiten, in der neue Nutzungsweisen des alltäglichen Raums erprobt werden. Die Stadt der Zukunft zwischen Utopie und Dystopie. Wir bewegen uns zwischen dem „Nicht-mehr“ und dem „Noch-nicht“.
Unsere Recherche arbeitet mit Techniken der Kartographie und Spurensuche, der Zweckentfremdung und Aneignung, der Archäologie und Psychogeographie, der Flanerie und des Umherschweifens, der künstlerischen Intervention und Irritation. Was wir vorhaben, könnte man ein performatives Mapping nennen.
red park (Frankfurt/Wien): Lars Schmid, Jörg Thums
zweite liga für kunst & kultur (Graz). Die zweite liga für kunst und kultur arbeitet seit Anfang 2007 als fixes Theater- und Performancekollektiv mit Gästen und Kooperationspartnern an performativer Erweiterung der Realität.
Produktionen für Forum Stadtpark, Graz, Pathos Transporttheater München, Schauspielhaus Graz, Theater im Bahnhof, Graz Jugendtheater für Festival Jungwild Graz, Schäxpir Linz, szene bunte wähne, Dschungel Wien; letzte Arbeiten: „Wie angelt man sich eine Öffentlichkeit?“ (Nonstop-Kino Graz, Gastspiel im TAD, Duisburg), „Brecht mit den Campingplätzen!“ (Ausdauerperformance), „Why to dance in a waiting room“ (Westernbewegungsperformance).
Preise: 2007 Hauptpreis beim Kinder- und Jugendtheaterwettbewerb „Jungwild“, 2008 Förderpreis der Jury des Best Off-Festivals von theaterland steiermark, 2009 Turbo-Residency bei Impulstanz Wien. www.zweiteliga.at
red park (Frankfurt/Wien)
red park wurde 2002 in Frankfurt am Main gegründet und ist mittlerweile in Wien und Frankfurt zu Hause. Die Performances von red park experimentieren mit der Theatersituation. Uns interessieren die Entwicklung neuer dramaturgischer Formen, die Rolle und Position des Zuschauers, die Spannung zwischen Inszenierung und Einbruch des Realen, die Überschreitung der Grenze zwischen Bühnenraum und Alltagsleben. Die Idee des Spiels, das sich zwischen Performern und Publikum nach klaren Strukturen und Regeln entwickelt, in seinem Verlauf aber unvorhersehbar ist, ist zentral für unsere Arbeit. Thematische Schwerpunkte sind der urbane Alltag, die Formierung von Subjektivität und die schillernden Oberflächen der Gesellschaft des Spektakels. Unsere Performances sind Forschungen auf dem Feld einer radikalen Politik der Wahrnehmung.
Arbeiten u.a. im öffentlichen Raum (z.B. stadTraum 2003), im Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt, oder im Schauspiel Frankfurt. www.red-park.net
Andrea Schmidt, lebt und arbeitet als Choreografin, Performerin und Sozialwissenschaftlerin in Wien. Schauspiel- und Soziologiestudium in Wien. Ihre Choreografien und Stücke sind an der Schnittstelle zwischen zeitgenössischem Tanz und Theater angesiedelt. Im Jahr 2000 Bundestanzstipendium für ihre Fortbildung in New York, 2001 Dance-Web Stipendiatin bei Impulstanz. Seither arbeitet sie an unterschiedlichen Projekten in verschiedensten Konstellationen. Ihre letzten Arbeiten waren im MUMOK Wien, im WUK sowie im Forum Stadtpark Graz zu sehen. Für Theaterplanquadrat Kabelwerk arbeitet sie mit der Performancegruppe red park zusammen.
Lars Schmid, geboren 1975. Lebt in Wien und arbeitet als Performancekünstler, Dramaturg, Texter und Theoretiker. Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Germanistik und Politologie u.a. bei Hans-Thies Lehmann in Frankfurt am Main. Von 2004 bis 2007 Mitglied im DFG-Graduiertenkolleg „Zeiterfahrung und ästhetische Wahrnehmung“ an der Universität Frankfurt. Forschungsschwerpunkte: Machtanalytik, Surveillance Studies, imperiale Gouvernementalität, Kartographie, Performancetheorie. Gründungsmitglied der Performance-Gruppe red park.
Jörg Thums, geboren 1973, studierte der gelernte Siebdrucker sowohl Theater-, Film- und Medienwissenschaft als auch Soziologie in Frankfurt am Main und Paris. Seit 2000 Mitarbeit bei freien Theaterproduktionen in Frankfurt/Main u.a. „Stadt als Beute 2“ (René Pollesch), „Metropolitan Motions“ (Pearson/Brooks), „100 moments“ (Tim Etchells), „Brecht-Projekt“ (Chris Kondek), „Der Deutsche Mittagstisch“ (Birgitta Linde). 2001 begann seine Mitarbeit bei verschiedenen Kunst- und Kulturfestivals. Seit 2002 ist Jörg Thums festes Mitglied der Performance-Company red park.